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Erzbischof Gössl würdigt Einsatz in der Weltmission

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Bamberg. Erzbischof Herwig Gössl hat am Gründonnerstag die weltweite Missionsarbeit gewürdigt. Als Zeichen der Wertschätzung nahm er in der Feier vom Letzten Abendmahl im Bamberger Dom die Fußwaschung an Unterstützerinnen und Unterstützern der Weltmission vor. In seiner Predigt betonte der Erzbischof, dass gelebte Hingabe und konkreter Dienst am Menschen das Wesen christlicher Mission ausmachten.
Datum:
Veröffentlicht: 7.4.26
Von:
Michael Kleiner

Fußwaschung am Gründonnerstag im Dom als Zeichen christlichen Handelns

Bamberg. Erzbischof Herwig Gössl hat am Gründonnerstag die weltweite Missionsarbeit gewürdigt. Als Zeichen der Wertschätzung nahm er in der Feier vom Letzten Abendmahl im Bamberger Dom die Fußwaschung an Unterstützerinnen und Unterstützern der Weltmission vor. In seiner Predigt betonte der Erzbischof, dass gelebte Hingabe und konkreter Dienst am Menschen das Wesen christlicher Mission ausmachten.

Die Liturgie sei geprägt von einer „drückenden Schwere“, sagte Gössl mit Blick auf die biblische Szene vor dem Leiden Jesu. „Düstere Vorahnungen werden spürbar, wie sie der Herr wohl selbst empfunden hat – in der Erwartung seines nahen, brutalen Todes.“ Diese Erfahrung ziehe sich bis in die Gegenwart hinein: „Man möchte die Zeit anhalten, damit das Bedrohliche nicht eintrifft, damit das Schlimme sich nicht ereignet. Doch die Zeit lässt sich nicht aufhalten; sie schreitet voran, schneller als einem lieb ist, gnadenlos.“

In seiner Predigt ging Gössl auch auf die biblische Fußwaschung als Zeichen christlichen Handelns ein. Jesus setze nicht zuerst auf Worte, sondern auf eine konkrete Tat: „Er kniet vor den Jüngern nieder und beginnt, ihnen die Füße zu waschen.“ Darin werde deutlich: „Der Herr ist ganz dienende Hingabe. Das macht ihn aus.“ Diese Haltung habe bis heute Vorbildcharakter und stoße Veränderungen an: „Wo Menschen sich aufraffen und es fertigbringen, einander aus Liebe – also frei und ungezwungen – zu dienen, dort verwandelt sich die Welt.“

Gössl betonte, dass solche Taten auch unter schwierigen Bedingungen Wirkung zeigten. „Aber jede einzelne Tat der Liebe strahlt aus, bleibt nicht wirkungslos, sondern setzt eine Welle der Menschlichkeit in Bewegung, die einen Unterschied macht.“ Dem stellte er die zerstörerische Dynamik von Gewalt gegenüber: „Wo Hass gepredigt und entsprechend gehandelt wird, dort verbreitet sich eine Welle von Hass und Gewalt.“

Als Beispiel für gelebte Mission verwies der Erzbischof auf den aus dem Erzbistum stammenden Missionar Rudolf Lunkenbein. „Pater Lunkenbeins Mission war es, den indigenen Ureinwohnern vom Stamm der Bororo zu dienen mit allem, was ihm an Wissen und Können zur Verfügung stand.“ Dessen gewaltsamer Tod vor 50 Jahren habe seine Wirkung nicht beendet: „Die Wellenbewegungen seiner Hingabe veränderten und verändern bis heute das Leben der Bororo.“ Auch Angehörige von Pater Lunkenbein nahmen an der Fußwaschung teil.

Auch heute engagierten sich viele Christen in ähnlicher Weise weltweit. „Viele Menschen setzen sich auch heute ein für diese Form von Mission – in unterschiedlichen Ländern – eine Mission, die den Menschen dienen will und die aus echter, uneigennütziger Liebe geschieht.“

Abschließend stellte Gössl die Verbindung zur Eucharistie her, die Jesus beim Letzten Abendmahl eingesetzt hat: „Mein Leib – hingegeben für euch. Mein Blut – vergossen für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Die Hingabe Jesu sei zur zentralen Feier des Glaubens geworden. Daraus erwachse ein Auftrag: „Aus dieser Feier heraus soll Wandlung geschehen, Wandlung des Alltags hin zu mehr Liebe, zu mehr Hingabe, zu mehr Zuversicht.“

Mit dem Gründonnerstag beginnen die drei heiligen Tage, die an das Leiden und Sterben Jesu erinnern, bevor an Ostern seine Auferstehung gefeiert wird.

von hal