Vom Tisch des Mangels“ zum „Tisch der Fülle“

Diözesane Eröffnung der Misereor-Fastenaktion in Cadolzburg mit Weihbischof Herwig Gössl
CADOLZBURG – Es war (fast) seine letzte Amtshandlung als Diözesanadministrator. Weihbischof Herwig Gössl feierte am 2. Fastensonntag mit zahlreichen Gläubigen aus Cadolzburg und weit darüber hinaus die diözesane Eröffnung der Misereor-Fastenaktion. Gekommen waren auch Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel, P. Roberto Turyamureeba vom Referat Weltkirche und der Gastgeber, Dekan Andre Hermany.
Schwieriger Weg zur Normalität
Authenti¬sche Informationen über die vielfälti¬gen Maßnahmen der Bauern im landpastoralen Projekt der Diözese Pasto im Südwesten Kolumbiens lieferte Claudia Burbano. Sie hatte ihre Heimat auf Einla¬dung von Misereor, dem weltweit größten katholischen Entwicklungs¬werk, erstmals verlassen und berich¬tete im Gottesdienst und anschlie¬ßend im vollbesetzten Pfarrsaal über die Lage der Landbevölkerung in dem südamerikanischen Land, das sich nach Jahrzehnten von Terror und bewaffneten Konflikten nun auf dem Weg zur Normalität befindet.
Ziele der dort begonnenen Ma߬nahmen sind die Bekämpfung des Hungers vor Ort, die finanzielle Stabi¬lität der Familien und die Stärkung des Umwelt- und Artenschutzes durch Abkehr von Monokulturen hin zu größerer Artenvielfalt beim Anbau von Früchten und Gemüse. „Wir ernähren uns heute viel gesünder und bewusster, das meiste kommt von unserem Hof", sagte Burbano. Vom „Tisch des Mangels" schaffen es viele Familien nach ihrer Einschät¬zung durch die Transformation in der landwirtschaftlichen Produktion hin zu einem „Tisch der Fülle".
Eine Welt ohne Hunger
Weihbischof Gössl unterstützte in seiner Ansprache das Bestreben von Misereor hin zu einer Welt, in der es keinen Hunger mehr gibt. Gottes bedingungslose Liebe zu jedem ein¬zelnen Menschen „hält uns den Rücken frei, damit auch wir einander Liebe beweisen und Solidarität üben“, sagte er. Pir¬min Spiegel, der Mitte des Jahres nach zwölf Jahren aus dem Amt des Hauptgeschäftsführers bei Misereor scheidet, zeigte sich angesichts der Erfolgsmeldungen aus dem Projekt der Landpastoral in seiner Vision bestätigt. In Kolumbien sei „eine andere Welt möglich" und es gäbe durchaus „Alternativen zum Anbau der Koka-pflanze und der Kriminalität", beton¬te Spiegel. Mit der Wahl des diesjährigen Mot¬tos der Fastenaktion „Interessiert mich die Bohne" wolle das Hilfswerk Misereor aufzeigen: „Jede Bohne und jeder Mensch ist wichtig.
Von der guten Qualität eines Bohneneintopfs ganz ohne Fleisch konnten sich alle Beteiligter und Gäste anschließend beim gemeinsamen Fastenessen überzeu¬gen. Noch erwähnenswert: die Musik¬gruppe „Echos del Sur", die mit ihren lateinamerikanischen Klängen und Rhythmen bereits den Gottesdienst bereicherten, sorgten auch im Pfarrsaal für unbeschwerte Stimmung.
MK/Hbl.